3 Eisenach


Eisenach

Ei|se|n|ach:
Stadt am Thüringer Wald.

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Eisenach,
 
Große kreisangehörige Stadt im Wartburgkreis, Thüringen, 220 m über dem Meeresspiegel, am Nordwestrand des Thüringer Waldes, an der Hörsel, überragt von der Wartburg, 46 000 Einwohner; Sitz des Landesbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen; Lutherhaus (Ende 15. Jahrhundert), Bachhaus (Bau des 17./18. Jahrhunderts; Bachmuseum), Fritz-Reuter- und Richard-Wagner-Museum, Thüringer Museum und Automobilmuseum (mit Motorwagen von 1898), Thüringer Landestheater Eisenach-Rudolstadt-Saalfeld. Größte wirtschaftliche Bedeutung hat das 1991/92 gebaute Opel-Automobil-Werk Eisenach (Bau von Pkw der Typen Corsa und Astra); außerdem Herstellung von Werkzeugen für den Autobau, Maschinenbau und elektrotechnische Industrie sowie zahlreiche mittelständische Produktions-, Dienstleistungsunternehmen und Handwerksbetriebe.
 
 
Von den mittelalterlichen Bauten blieb nur wenig erhalten. Die romanische Nikolaikirche (Ende 12. Jahrhundert) bildet mit dem Nikolaitor, einem Rest der Stadtbefestigung, eine einheitliche Baugruppe. Die um 1180 gegründete Marktkirche Sankt Georg ist im Wesentlichen spätgotisch (1515 begonnen); die Westfront mit hoher Vorhalle und Glockenturm (1898-1902). Ebenfalls am Markt liegt die neue Residenz, das barocke Stadtschloss, 1742-51 entstanden; reiche Innenräume, v. a. der Festsaal in Stuckmarmor und fein stuckiertem Rokokorankenwerk, der Marstall beherbergt heute eine Abteilung des Thüringer Museums (Sammlung Thüringer Fayencen, Porzellane und Gläser). In der frühgotischen Predigerkirche (ehemalige Dominikaner-Klosterkirche, um 1235; mit spätromanischer Krypta, Kreuzgang Ende 15. Jahrhundert) befindet sich seit der Umgestaltung von 1890 das Thüringer Museum mit einer bedeutenden Sammlung thüringischer Schnitzplastik des 12.-16. Jahrhunderts. Das Rathaus ist im Kern spätgotisch (1508), wurde in Renaissanceformen 1564 umgebaut und nach dem Stadtbrand von 1636 wieder aufgebaut. Am Markt befindet sich auch das Residenzhaus, wohl um 1507 fertig gestellt. Zahlreiche Fachwerkbürgerhäuser wurden im 18. Jahrhundert verputzt.
 
 
Eisenach wurde um 1150 gegründet (1189 als Stadt erwähnt) und bald Mittelpunkt der Landgrafschaft Thüringen. Das 1283 verliehene Stadtrecht griff auf eine ältere Form (wohl zwischen 1227 und 1247 verliehen) zurück; 1264 fiel Eisenach an die Wettiner (ab 1485 an die Ernestiner), 1572-1638, 1640-44 und 1672-1741 war Eisenach Residenz des Herzogtums Sachsen-Eisenach, einer ernestinischen Seitenlinie. Danach gehörte die Stadt zu Sachsen-Weimar(-Eisenach; Regierungssitz) und kam 1920 an Thüringen (seit 1918/19 Wartburgstadt Eisenach genannt). Im 19. und 20. Jahrhundert wurde Eisenach zur Industriestadt sowie zum Tagungs- und Fremdenverkehrsort (u. a. 1869 Gründung der späteren SPD in Eisenach; Eisenacher Kongress). - Seit 1897 wird wieder regelmäßig am dritten Wochenende vor Ostern (Lätare) der - 1286 erstmals erwähnte - »Eisenacher Sommergewinn«, eines der größten Frühlingsfeste Deutschlands, gefeiert (Sommergewinn).
 
 
E. Humbert: E. u. die Wartburg (a. d. Frz., 1995).
 

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Ei|se|nach: Stadt am Thüringer Wald.

Universal-Lexikon. 2012.

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